Warum Stille für mich immer wertvoller wird Ich habe für mich gemerkt, wie gut es mir tut, den Tag etwas ruhiger zu starten. Manchmal stehe ich einfach 30 Minuten früher auf, idealerweise bevor zuhause alles in den Tagesmodus kippt. In dieser Zeit stelle ich mir drei einfache Fragen und schreibe sie kurz auf: Wofür bin ich dankbar? Welche Möglichkeit möchte ich heute nutzen? Mit welcher Haltung gehe ich in den Tag? Das ist nichts Grosses und sicher kein Wundermittel. Aber es ist ein Startpunkt, der mir gehört. Stille fühlt sich für mich an wie ein kurzer Unterbruch des Autopiloten. Plötzlich höre ich wieder besser, was ich selbst will. Das kann ganz unspektakulär beginnen, zum Beispiel mit einem halben Tag ohne News, ohne E-Mails, ohne dauernd erreichbar zu sein. Ich habe auch gemerkt, dass mir der Morgen mehr bringt als der Abend. Abends hängen wir ja oft noch etwas dran: eine Folge im Netflix, ein paar Mails, schnell noch „runterkommen“. Man kommt schon runter, aber nicht unbedingt zur Ruhe. Für mich funktioniert es besser, den Tag morgens zu verlängern, bevor die Welt anklopft. Diese 30 Minuten Stille behandle ich wie einen fixen Termin. Ein Termin mit mir selbst.
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